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Überraschend: Website Performance der redaktionellen Onlinemarken im Keller

Die Performance einer Website ist heutzutage durchaus eine wichtige Eigenschaft, von der auch der Onlineerfolg einer Marke abhängt. Ein prominentes Beispiel macht das deutlich: Als Google versuchte, 30 statt zehn Suchergebnisse auf einer Seite anzuzeigen, mussten die Nutzer im Schnitt eine halbe Sekunde länger warten. Das Ergebnis: Der Traffic ging daraufhin um ein Fünftel zurück.

Wir haben das aktuelle Ranking der redaktionellen Medienmarken (Quelle) – die besten 20 laut Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (agof), gemessen an eindeutigen monatlichen Nutzern – zum Anlass genommen, um einmal genauer hinzusehen. Mithilfe des byteReports warfen wir einen Blick auf die technischen Details der jeweiligen Onlineangebote und sortierten das Ranking einmal neu. Das Ergebnis hat uns selbst verblüfft, denn der Durchschnitt im Bereich Sicherheit und Setup liegt bei unter 50 von 100 möglichen Punkten. Noch schlechter schneiden die Onlinemarken hinsichtlich ihrer Performance ab; im Durchschnitt erreichen diese nur 23 von 100 möglichen Punkten. Ein Grund mehr, genauer hinzusehen.

Es gibt keine Gewinner

So unwahrscheinlich es klingen mag, keine der redaktionellen Medienmarken schafft es auf das sprichwörtliche Treppchen. Es werden zwar die Plätze 1 bis 3 in unserer Tabelle vergeben, jedoch beginnt das Ranking eher im Mittelfeld, gemessen an anderen Tests, die wir zuletzt durchgeführt haben. Doch woran liegt das? Warum sind die Websites der redaktionellen Onlinemarken im Vergleich so viel schlechter aufgestellt?

Eine Vermutung: Es werden zu viele Elemente geladen

Sowohl die Topplatzierten als auch die Schlusslichter unseres Rankings haben eine Gemeinsamkeit: Sie rufen eine Vielzahl von Inhalten aus dem Netz ab. Mehr als 250 Requests müssen beispielsweise für die Website des Siegers abgewartet werden, sogar mehr als 500 sind es bei den letzten Plätzen. Darunter sind externe Skripte von Werbenetzwerken und Trackingdienstleistern. In der Spitze machen diese Elemente bei einzelnen Onlineangeboten die Hälfte aller geladenen Ressourcen aus. Das Nutzererlebnis wird merklich geschmälert durch Werbeeinblendungen und Datenerhebungen, diese sind nicht nur nervig sondern kosten Zeit. Es vergingen im Test mehr als 30 Sekunden, bis die Websites einzelner Onlinemedien sichtbar dargestellt wurden. So lange dauert übrigens auch das Lesen dieses Absatzes.

Reichweitenstärke bedeutet nicht unbedingt auch gut abgesichert

Bei der Contentflut, die dem Nutzer auf Seiten wie spiegel.de und sport1.de erwartet, ist es kaum verwunderlich, dass im Ranking sogar einstellige Testergebnisse zu finden sind. Ein Auge warfen wir jedoch auch auf die Sicherheit. Auf den getesteten Portalen werden eine ganze Reihe von Nutzerdaten erhoben und ausgewertet. Wie gut sind die Server und Applikationen jedoch abgesichert? Der Abschnitt Sicherheit und Setup unseres Reports geht hier in die Tiefe, und auch an dieser Stelle zeigen sich nur mittelmäßige Bewertungen.

Lediglich sieben der 20 getesteten redaktionellen Onlinemarken setzen moderne SSL-Protokolle ein, bei allen anderen kommen noch veraltete Standards zum Einsatz. Entsprechende Vorkehrungen gegen sogenannte XSS-Attacken konnten nur zwei der getesteten Websites vorweisen. Hier sehen wir dringenden Nachholbedarf.

Es geht besser

In unserem Ranking der reichweitenstärksten redaktionellen Onlinemarken fallen die Ergebnisse überraschend schlecht aus. Selbst die Testsieger haben an vielen Stellen noch Nachholbedarf, denn auch umfangreiche Seiten können zügig laden und gut abgesichert sein. Wo genau Verbesserungen erzielt werden können, das zeigt das jeweilige Testergebnis, das wir für jedes getestete Portal in der oben stehenden Tabelle zum Download zur Verfügung stellen.

iPad das den Download des byteReport zeigt

Über unseren Test und bytereport.me

Die von uns genutzten Kriterien basieren auf Metriken, die von Google Lighthouse und anderen führenden Branchenlösungen eingesetzt werden. Darüber hinaus entwickeln wir mit bytereport.me zunehmend eigene Audits, die auch immer Spezialfälle abdecken. Der Bereich Sicherheit und Setup basiert hier weitestgehend auf eigenen Audits.

Die Tests wurden am 9. und 10. September 2019 mit insgesamt drei Testläufen generiert, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen.

Bildnachweis: Photo by Amanda Vick on Unsplash

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